Symmetrischer Tonischer Nackenreflex (STNR)

Der STNR wird in zwei Positionen aktiviert, nämlich in der Beugung und in der Streckung. Beim gebeugten Kopf werden die Arme auch gebeugt und die Beine gestreckt. Beim gestreckten Kopf sind die Arme gestreckt und die Beine gebeugt. Die Kopfbewegung löst das Reflexmuster aus.

Erläuterungen Symmetrischer Tonischer Nackenreflex (STNR)

Das Kind kommt bei dieser Bewegung immer wieder in die Ruheposition, um zwei Sinnesprozesse zu aktivieren: das beidseitige Sehen und Hören. Der Reflex kann auch im Vierfüßlerstand ausgelöst werden. Der STNR schafft den Übergang von der statischen Lage zum Krabbeln mit Überkreuzbewegungen. Über das Krabbeln arbeiten beide Hirnhälften synchron zusammen. Der STNR löst den ATNR ab. Mit der Entwicklung der Sehfähigkeiten wird der Reflex integriert, sodass es zu gerichteten unabhängigen Bewegungen kommen kann. Während beim ATNR die Sehfähigkeit auf Armlänge begrenzt ist, wird beim STNR die Fernsicht trainiert. Die Raumwahrnehmung und das dreidimensionale Sehen und Hören sowie die Zeitwahrnehmung werden angelegt. 75% der Kinder mit Legasthenie oder Lernstörungen weisen einen noch aktiven STNR auf.
Ist der Reflex nach dem 10. Monat noch latent vorhanden, so kommen bei einer Nackenstreckung sämtliche Beugemuskeln des Beckens, der Hüfte und der Beine rein reflektorisch in einen Hypertonus, das Kind ist dem ausgeliefert.
Im Oberkörper sind alle Streckmuskeln des Gesichts, der Arme und des Nackens hyperton. Bei der Nackenbeugung ist es genau umgekehrt.

Bei nicht voll integriertem Reflex können folgende Auffälligkeiten auftreten:

  • Das Kind ist nicht gekrabbelt.
  • Es sitzt in der W-Sitzhaltung auf dem Boden.
  • Eine charakteristische Schreibhaltung ist folgende: Der Kopf neigt sich nach vorne und die Beine schlingen sich um die Stuhlbeine.
  • Schlechte Augen-Hand-Koordination liegt vor.
  • Beim Schwimmen sacken die Beine nach unten weg.
  • Nah- und Ferneinstellung der Augen beim Schreiben und Ballspielen ist nicht ausreichend vorhanden.
  • Charakteristische Kopfhaltungen sind folgende:
Der Kopf geht nach unten, der Blick geht von unten nach oben, dadurch wird misstrauisch geschaut, die vorderen Nackenmuskeln sind verkürzt und die hinteren verlängert;
  • Oder: Der Kopf geht in den Nacken, Spannung im Nacken baut sich auf und der Gesichtsausdruck wird hochnäsig.
  • Beide Kopfstellungen beeinflussen die Wahrnehmung und das Gedächtnis negativ.

Entstehung: 18. Woche intrauterin, ausgereift nach der Geburt
Dauer: Aktiv ab 6. Monat
Integration: Im 10. Monat