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Nicht fertig werden

Immer mehr Babys kommen per Kaiserschnitt auf die Welt. Im Jahr 1991 sind 15,3 % der Neugeborenen in Deutschland durch Kaiserschnitt entbunden worden. Im Jahr 2012 waren es schon 31,7 %*. Es ist ein Wandel in der Akzeptanz des Kaiserschnitts zu beobachten. Aber: Die Operation geht einher mit Risiken für Mutter und Kind, die weitreichende Folgen haben können.

Früher nur im äußersten Notfall angeordnet, gibt es heutzutage immer häufiger den Wunschkaiserschnitt – der ohne eine relevante medizinische Indikation auf Wunsch der Schwangeren durchgeführt wird. Voller Terminkalender, Angst vor der natürlichen Geburt oder ästhetische Gründe führen dazu, dass immer mehr Mütter sich für einen Kaiserschnitt entscheiden. In der öffentlichen Wahrnehmung ist ein Kaiserschnitt kein großer Eingriff mehr und dauert in der Regel nur noch eine halbe Stunde. Die Realität sieht allerdings anders aus: Der Kaiserschnitt ist eine Operation, die mit vielen medizinischen Risiken verbunden ist und zu Folgeerkrankungen des Kindes führen kann. So haben Kinder, die per Kaiserschnitt auf die Welt gekommen sind, häufiger Asthma, Diabetes, Neurodermitis und sind anfälliger für Lebensmittelallergien. Auch ein Zusammenhang zwischen einem Kaiserschnitt und der Entstehung von Autismus konnte bereits beobachtet werden. Deshalb kam die WHO anhand einer Studie zu dem Schluss, dass ein Kaiserschnitt nur bei eindeutigen Vorteilen durchzuführen ist. Ärzte, Hebammen und Experten diskutieren kontrovers.

Viel schlimmer jedoch sind die psychischen Spätfolgen, an denen Kaiserschnitt-Kinder das ganze Leben leiden können. Allen voran ist hier die zeitlich verzögerte Mutter-Kind-Interaktion zu nennen. Bei einem Kaiserschnitt wird das Kind der Mutter abrupt „entrissen“ – die Geburt wird quasi nicht, wie ursprünglich vorgesehen, fertig. Dieses „nicht fertig werden“ zieht sich bei diesen Kindern durch das ganze Leben. Sie können keine Entscheidungen treffen. Warum auch, wenn ihren schon die allererste Entscheidung ihres Lebens abgenommen wurde. Im späteren Leben leiden diese Menschen oft an Depressionen. Sie sind und werden mit ihrem Leben einfach „nicht fertig“.

Nicht integrierter Perez-Reflex
Während der Schwangerschaft übernimmt das Erstgeborene rund 50 Prozent der Toxine der Mutter in seinen Körper. Der bei der natürlichen Geburt entstehende Perez-Reflex sorgt mit seinen Bewegungen dafür, dass die im Gehirn des Kindes eingelagerten Gifte größtenteils ausgeleitet werden. Vollständig integriert vermittelt der Perez-Reflex ein positives Schutzgefühl und ist die Grundlage für die Ganzkörperkoordination. Nicht vollständig integriert können folgende Auffälligkeiten beobachtet werden:

  •  Verminderte körperliche Leistungsfähigkeit
  • Schlechtes Kurz- und Langzeitgedächtnis
  • Verlangsamte Denkprozesse
  • Beeinträchtigte Organisationsfähigkeit
  • Ängste, Phobien, emotionale Labilität
  • Hyperaktivität, ADS, ADHS

Es gibt inzwischen Ärzte, die den Kaiserschnitt aufgrund seiner Risiken und Nebenwirkungen konsequent ablehnen oder so sanft wie möglich durchführen. Prof. Dr. Michael Abou-Dakn zum Beispiel ist Chefarzt für Geburtshilfe im St. Joseph Krankenhaus in Berlin – die geburtenstärkste Klinik in Deutschland. Im Jahr 2014 sind dort 3920 Kinder zur Welt gebracht; 27 Prozent per Kaiserschnitt. Auf die letzte Zahl ist Abou-Dakn nach eigener Aussage aber nicht stolz. Er ist der Meinung, dass der Kaiserschnitt nicht zur Routine werden darf und beobachtet den zunehmenden Hype kritisch. Er selbst zieht die natürliche Geburt vor. Nur in begründeten Ausnahmefällen führt er einen Kaiserschnitt durch und achtet darauf, dass die Intimität zwischen Mutter und Kind auch bei der Schnittentbindung gewahrt wird und direkt nach der Geburt Hautkontakt entsteht. Mütter, die einen Kaiserschnitt möchten, nur um an einem ganz bestimmten Datum zu entbinden, weist er ab. *Quelle: http://www.aerzteblatt.de/archiv/171315

Seelische Nabelschnur – Die vorgeburtliche Bindung zwischen Mutter und Kind

Neben dem Bonding während und nach der Geburt (siehe Beitrag „Bonding – denn Berührung ist die Wurzel“), gibt es auch die pränatale Form des Bondings. Das Konzept der Bindungsanalyse von Dr. Jenö Raffai und György Hidas beschreibt die Methode der vorgeburtlichen Bindung zwischen Mutter und Kind, die während und bereits vor Schwangerschaft stattfinden kann – sofern sie zugelassen und aktiv gefördert wird. In Vorbereitung auf eine Schwangerschaft macht die vorgeburtliche Bindungsanalyse besonders dann Sinn, wenn es bei der künftigen Mutter belastende Vorerfahrungen, bspw. mit Fehlgeburten, gibt.

Innere Kommunikation in beide Richtungen
Wie lässt sich nun die natürlich bereits bestehende Verbindung zum ungeborenen Kind vertiefen? Zunächst einmal ist es wichtig, dass die Mutter selbst entspannt ist und sich auf ihre eigenen körperbezogenen Wahrnehmungen einlässt und konzentrieren kann. Schwangere finden so zunächst einen besseren Kontakt zu ihrem Körper und ihrer Seele. In einzelnen Sitzungen lernt die Mutter dann, Körperwahrnehmungen, Gefühle und Gedanken bildlich vor sich zu sehen und sie gedanklich ihrem ungeborenen Kind mitzuteilen. Bei einer bestehenden Verbindung und funktionierender innerer Kommunikation, erhält die Mutter gleichzeitig bildhafte Antworten ihres Ungeborenen. Sie erfährt so, wie es ihrem Baby in der Gebärmutter geht und kann besser auf dessen Bedürfnisse eingehen. Den inneren Kommunikationsweg zwischen Mutter und Kind, der in beide Richtungen funktioniert, beschreiben Raffai und Hidas daher als „Nabelschnur der beiden Seelen“.

Ohne Bindung fehlt uns was
Ebenso behutsam, wie dieser tiefe innere Kontakt aufgebaut wird, so müssen sich Mutter und Kind auch langsam und vorsichtig von der schönen Zeit der Schwangerschaft verabschieden, um sich auf die Geburt vorzubereiten. In der zweiwöchigen, sogenannten Ablösungsphase wird die bevorstehende Geburt daher mehrmals gedanklich durchgespielt, um so geburtstraumatische Erfahrungen zu vermindern oder diese im Idealfall gänzlich zu vermeiden. Die tiefe Verbindung zwischen Mutter und Kind bleibt dabei unbedingt bestehen und wird unter der Geburt positiv genutzt.
Bei fehlender vorgeburtlicher Bindung können beim Baby Störungen in der Persönlichkeitsentwicklung nach der Geburt auftreten. Auch wird berichtet, dass Säuglinge, die in den Genuss der Bindung gekommen sind, weniger schreien und durch die Geburt weniger Kopfverformungen davontragen. Verformungen des Kindsschädels sind nämlich ein Zeichen für die Kräfte, die bei der Geburt auf das Baby eingewirkt haben. Babys, die nach der Bindungsanalyse geboren werden, tragen eine viel geringere geburtstraumatische Belastung davon, was sich deutlich in geringeren Schädelverformungen oder sehr schnellem Rückgang etwaiger Verformungen zeigt. Die positive Wirkung auf die Mutter zeigt sich in der Tatsache, dass in den bisher durchgeführten Bindungsanalysen kein einziger Fall von Wochenbett-Depression bei einer Mutter bekannt geworden ist.

Gemeinsame Bindungsanalyse für Mutter und Vater
Auch wenn bei der Bindungsanalyse vorwiegend von der Bindung zwischen Mutter und Kind gesprochen wird, so übernimmt der Vater doch ebenfalls eine sehr wichtige Rolle und sollte aktiv in den Bindungsprozess mit einbezogen werden. Auch er kann durch Berührungen des Bauches und Sprechen mit dem Ungeborenen eine tiefe Bindung aufbauen, die gleichzeitig die Beziehung zur Mutter seines Kindes stärkt. Das Ungeborene spürt dadurch die Nähe und Vertrautheit um sich herum und befindet sich in einem sozial geschützten Raum. Mütter und Väter, die bereits während der Schwangerschaft gemeinsam eine intensive Beziehung zu ihrem noch ungeboren Kind aufbauen, fühlen sich tief verbunden. Sie sind daher viel sicherer bei der Geburt und gelassener in der Zeit danach. Die Bindungsanalyse hat demnach einen starken präventiven Einfluss auf die seelische Gesundheit und Stabilität der beteiligten Familienmitglieder. Übrigens sind Kaiserschnittgeburten nach Bindungsanalysen kaum ein Thema; ebenso wenig wie Frühgeburten.

Buchtipps zur Bindungsanalyse
Wer mehr über die emotionale Förderung der Beziehung zwischen Schwangeren und ihren Ungeborenen erfahren möchte, dem empfehle ich das Buch „Nabelschnur der Seele – Psychoanalytische Förderung der vorgeburtlichen Bindung zwischen Mutter und Baby“ von Györy Hidas, Jenö Raffai; erschienen im Psychosozial-Verlag. Ebenfalls empfehlenswert ist das Buch „Bauchgeflüster“ von Sabine Schlotz, die über die innige Mutter-Kind-Beziehung während der Schwangerschaft schreibt.

Kopf hoch durchs Leben

Ob wir unseren Kopf hoch tragen, ihn hängen lassen, ihn schütteln, ducken oder zurücklehnen – alle diese Bewegungen verdanken wir allein unserer Kopfkontrolle. Ist diese nicht vorhanden, sind Kopffehlstellungen die Folge. Schiefhals, Verspannungen sowie Kopf- und Nackenschmerzen beeinträchtigen Betroffene im täglichen Leben.

Wie funktioniert die Kopfkontrolle?

Für die Kopfhaltung verantwortlich sind zwei Muskeln: Der Sternocleidomastoideus (auch Kopfnicker genannt) und der Trapezius (auch Kapuzenmuskel genannt). Wir sprechen von sogenannten Körpermuskeln, da sie ausschließlich aus motorischen Fasern bestehen. Diese beiden Muskeln bilden die Wurzeln des elften Hirnnervs, dem Nervus Accessorius. Er versorgt motorisch den Trapezius und den Sternocleidomastoideus. Der Nervus Accessorius entspringt dem Rückenmark. Da er aber parallel zum Rückenmark in die Schädelhöhle zieht und diese dann an der Schädelbasis wieder verlässt, zählt er zu den zwölf Hirnnerven.

Zusammenhang zwischen Kopfkontrolle und Reflexen

Bei Babys ist die Kopfkontrolle beginnend vorhanden. Das bedeutet, dass ein Säugling direkt nach der Geburt in der Lage ist, seinen Kopf unabhängig vom Körper zu bewegen. Zwar ist die Nackenmuskulatur noch schwach, sodass das Köpfchen in den ersten Wochen gestützt werden muss, aber die unabhängige Bewegung funktioniert bereits. Schon seit dem Vojta-Traktionsversuch dient die Kopfkontrolle der Überprüfung, ob Restreaktionen nicht zeitgemäß integrierter Reflexe bestehen. Prof. Dr. Václav Vojta  bestimmte seinerzeit sieben Lagereaktionen, die bei der kinderneurologischen Untersuchung den Entwicklungsstand des Kindes zeigen.

Kopfkontrollbalance nach Hugo Tobar

Von Hugo Tobar habe ich seit 2014 die Erlaubnis, mein durch ihn erworbenes Wissen zur Kopfkontrollbalance in eigenen Seminaren weiterzugeben. Meine Klienten, die ich seit Jahren nach dieser Methode balanciere, bestärken mich in dem Vorhaben, die Kopfkontrollbalance weiter zu vermitteln und anzuwenden.

Der Erfolg spricht für sich: In 80 Prozent der Fälle wird eine Kopffehlstellung schon nach einer Balance korrigiert. Meine Klienten äußern direkt nach der Kopfkontrollbalance, dass sie das Gefühl haben, ihren Kopf freier bewegen zu können und dass die Schultern automatisch nach unten fallen. Nacken- und Kopfschmerzen verschwinden durch die Balance. Der Vorteil der Kopfkontrollbalance ist, dass diese – einmal durchgeführt – in ihrer Wirkung anhält und keine weiteren Balancen zur Verbesserung der Kopfkontrolle nötig sind.

Allerdings bedeutet im Umkehrschluss eine gut ausgeprägte Kopfkontrolle nicht, dass keinerlei Restreaktionen bestehender frühkindlicher Reflexe mehr vorhanden sind. Diese können nach wie vor bestehen und ebenfalls nachträglich durch entsprechende Übungen integriert werden.

Vorher1Vorher2
Vor der Kopfkontrollbalance

Der Kopf der Klientin fällt nach hinten, wenn der Körper an beiden Armen hochgezogen wird. Dabei verhält sich der Körper wie ein Mehlsack.

Nachher1Nachher2
Nach der Kopfkontrollbalance

Der Kopf der Klientin geht von alleine in einer Linie mit der Wirbelsäule hoch, wenn der Körper an beiden Armen hochgezogen wird. Der Körper verhält sich wieder wie ein Mehlsack.

Bonding – denn: Berührung ist die Wurzel

„Berührung ist die Wurzel“. Dieses Zitat von Frédérick Leboyer beschreibt Berührung als die Basis aller körperlichen und seelischen Entwicklung. Der französische Gynäkologe gilt als Vater der sanften Geburtsmedizin, die nach ihm auch Leboyer-Methode genannt wird. Danach soll ein Neugeborenes ohne unnötigen Stress auf die Welt gebracht werden, um sich langsam an die neue Umgebung außerhalb des Mutterleibes gewöhnen zu können. Ich selbst habe meine Tochter nach dieser Methode auf die Welt gebracht.

Kennenlernen auf dem Bauch
Nach der Leboyer-Methode wird das Neugeborene direkt nach der Geburt der Mutter auf den Bauch gelegt, um deren Wärme zu spüren und die Herztöne der Mutter zu hören. Dem Säugling wird so Zeit gegeben, sich von den Strapazen der Geburt zu erholen. Dies ist bei heutigen Geburten kaum möglich, denn gerade auf der Welt wird am Kind schon die U1 durchgeführt. Diese Untersuchung stört und unterbricht im schlimmsten Falle die noch nicht richtig aufgebaute Bindung zwischen Mutter und Kind abrupt – und das meist in der ersten halben Stunde des Lebens des Neugeborenen. Dabei ist diese Untersuchung auch durchführbar, wenn das Baby auf dem Bauch der Mutter liegen bleibt. So müssen das Zählen von Fingern und Zehen sowie das Beobachten der Atmung nicht unbedingt weit weg von der Mutter stattfinden.

Auspulsieren der Nabelschnur
Nach Leboyer wird die Nabelschnur nicht unmittelbar nach der Geburt durchtrennt, sondern so lange sie noch pulsiert, als Verbindung zwischen Mutter und Kind bestehen gelassen. So kann das Kind sich leichter auf die Umstellung und das eigenständige Atmen einstellen. Auch wenn wissenschaftliche Studien sich nicht einig sind, ob das Auspulsieren der Nabelschnur etwas bringt, raten Hebammen doch dazu. Ärzte begründen das schnelle Durchtrennen der Nabelschnur oft mit benötigten Blutwerten – diese können jedoch auch nach dem Auspulsieren der Nabelschnur problemlos genommen werden.

Bei der Geburt nach Leboyer wird sowohl Mutter als auch Kind Zeit gegeben, sich langsam kennenzulernen. Das Kind wird der Mutter gegeben, die es aktiv zu sich auf den Bauch zieht. Hierbei sollte die Mutter ihrem Baby unter die Füße fassen und so für eine Begrenzung sorgen. Der Säugling wird so beruhigt und angeregt, selbst zur Brustwarze der Mutter zu krabbeln. So wird das Bonding etabliert. Erst wenn dieser Prozess – der auch mal bis zu zwei Stunden dauern kann – beendet ist, wird das Baby in Ruhe gebadet.

Interventionen beeinträchtigen Kinder

Uneins sind sich Mediziner und Hebammen auch oft in Sachen Medikamention bei der Geburt. So wird bspw. oft nach der eigentlichen Geburt ein Wehnenmittel verabreicht, um den Mutterkuchen schneller rauszubringen. Hebammen sagen zurecht, dass dies völlig unnötig sei. Alles was es braucht, ist etwas Zeit. Leider ist diese in der heutigen Zeit rar und teuer. Außerdem ist zu bedenken, dass jedes Mittel, das der Mutter verabreicht wird, auch zum Kind kommt. Entweder im Bauch noch über die Nabelschnur oder aber nach der Geburt durch das Stillen über die Muttermilch. Fazit: Jede Intervention ergibt einen Nachteil für das Kind.

Die Schritte der Geburt nach Leboyer sind für die Etablierung des Bondings immens wichtig.
Nicht richtig stattgefundenes Bonding zeigt sich später bei Kindern, die ständig am Rockzipfel hängen und nicht alleine sein können. Aber auch das andere Extrem, den Clown zu spielen und die „Ich brauch dich nicht“-Einstellung sind Folgen fehlenden Bondings.

Bonding gibt Halt

Bonding ist wichtig und muss schon als Baby gelernt werden, um im späteren Leben selbst Liebe geben und empfangen zu können. Das Baby muss lernen, Berührung und den damit verbundenen Druck und die Wärme zu spüren. Aus diesem Grund ist das Pukken wieder groß in Mode. Beim Pukken wird das Kind auf eine bestimmte Art und Weite fest in eine Decke eingeschlagen, sodass es sich nicht freistrampeln kann. Das Pukken ist – für einige Stunden am Tag durchgeführt – sehr gut für das Kind. Es gibt Halt und der Druck führt zu Entspannung. Bonding bei der Geburt beginnt übrigens in dem Moment, wenn die Augen des Kindes den Geburtskanal verlassen. Genau dann sollten sie idealerweise den Vater erblicken, um hier eine erste Bezugsperson zu haben. Danach sollte die Mutter selbst ihr Kind hochheben, um es zu sich auf den Bauch bzw. die Brust nehmen. Automatisch wird sie es fest umarmen und halten. Das Bonding läuft.

Kaiserschnitt als Gewaltakt

Der Gegensatz zur sanften Geburt ist der Kaiserschnitt. Ich spreche hierbei nicht vom Not-Kaiserschnitt, der seine Berechtigung hat. Ist das Kind in einer Notsituation und braucht Hilfe, ist ein Kaiserschnitt unbedingt notwendig, damit das Leben von Mutter und Kind nicht in Gefahr gerät. Der geplante Kaiserschnitt greift allerdings massiv in die Entwicklung des Kindes ein und verhindert bzw. erschwert das Bonding zwischen Mutter und Kind. Beim Kaiserschnitt wird dem Kind nämlich die Entscheidung abgenommen, wann es auf die Welt kommen möchte. Normalerweise würde das Kind selbst diese Entscheidung treffen. Es leitet selbst die Geburt ein, weil es Hunger hat und intuitiv weiß, dass es sich außerhalb des Mutterbauchs wohler fühlen wird. Diese natürliche Abfolge kann durch einen geplanten Kaiserschnitt nicht mehr stattfinden. Das Baby ist vielleicht noch gar nicht bereit, wenn es plötzlich von außen herausgeholt wird. Die Folge: Kaiserschnittkinder haben es im späteren Leben schwer Entscheidungen zu treffen.

Fortbestehende frühkindliche Reflexe bei Kaiserschnittkindern

Ebenfalls fällt es ihnen sehr schwer, ein Ziel zu verfolgen, was ihre Gangart verdeutlicht. Der Symmetrische Tonische Nackenreflex ist stark ausgeprägt. Er ist mit dafür verantwortlich, dass Kinder und Jugendliche nur sehr schwer die einzelnen Übergänge von einem Lebensabschnitt zum nächsten bewältigen können. Oft haben diese Kinder auch viele Ideen, können sich aber nicht für eine Richtung entscheiden, sodass es nicht zur gezielten Umsetzung kommt. Hinzu kommt, dass Kinder, die per Kaiserschnitt auf die Welt gekommen sind, immer in Anspannung sind. Sie haben oft hochgezogene Schultern, die noch an den Moment des Herausziehens beim Kaiserschnitt erinnern. Diese Haltung ist die eingefrorene Haltung des Furcht-Lähmungs-Reflexes, der bei einer natürlichen Geburt bereits in eine Schreckreaktion transformiert ist. Die Folge eines geplanten Kaiserschnitts besteht in der ungenügenden Ausreifung der nachfolgenden frühkindlichen Reflexe und der damit einhergehenden Unfähigkeit des Körpers, diese Reflexe zeitgerecht zu integrieren, was sich in motorischen Restreaktionen bemerkbar macht. Zum Beispiel ist bei einem nicht ausreichend integrierten Such- und Saugreflex bei kleinen Kindern ständiges Sabbern beobachtbar, später folgt der fehlende Mundschluss, was den Besuch beim Zahnarzt oder Logopäden nach sich zieht.

Entspannt in die Geburt

Bei allen Informationen und guten Ratschlägen, muss doch jede Mutter selbst wissen, wie sie ihr Kind auf die Welt bringen möchte. Meine Erfahrung ist, dass die Geburten am entspanntesten verlaufen und ebenfalls entspannte Kinder hervorbringen, bei denen sich die Mütter nicht im Vorfeld durch zu viel Information verrückt gemacht haben. Bei einer Geburt kann Unwissenheit sicher manchmal befreiend sein. Allerdings bin ich auch der Ansicht, dass Frauen sich aufklären lassen sollten, welche Vor- und Nachteile unterschiedliche Arten der Geburt für sie selbst und ihr Kind haben können. Denn einige Nachteile beeinflussen das Kind ggf. ein Leben lang.

Schluss mit dem Stretching-Unsinn – Dehnen schützt Ihre Muskulatur nicht

Dehnen oder Stretching? Egal wie Sie es nennen – das Beugen und Strecken unserer
Muskeln vor oder nach dem Freizeitsport bringt einer Studie nach nicht den gewünschten
Effekt. Die Studie Kopenhagener Sportwissenschaftler belegt, dass Stretching keinerlei
Nutzen hat, um Sportverletzungen vorzubeugen. Der Mythos, Dehnen beuge eben doch
Sportverletzungen vor und führe obendrein zu mehr Beweglichkeit, hält sich jedoch
hartnäckig.

Dabei ist es egal, welche Art des Dehnens oder Stretchings durchgeführt wird: aktiv oder
passiv, statisch oder dynamisch. Zur Erklärung: Aktives Dehnen geschieht durch willentliches Anspannen der Muskeln, passives Dehnen wird durch Schwerkraft oder Widerstände herbeigeführt.
Das statische Dehnen bezeichnet das Halten einer Stretching-Position, beim dynamischen
Dehnen hingegen wird leicht in die entsprechende Position hineingefedert. In jedem Fall ist
das Dehnen der Muskulatur ein aktiver Vorgang, der kortikal gesteuert wird.

Das Längen der Muskulatur, wie ich es bei den Hiro-Übungen in meinem Kurs „Kraftvoll!
Reflexe prägen das Leben“ vorstelle, ist ein passiver Prozess, der in erster Linie den
Hirnstamm anspricht. Der Hirnstamm ist zuständig für unbewusste Vorgänge, wie das Atmen
oder auch die motorische Reflextätigkeit. Werden die Hiro-Übungen anstelle des Dehnens
zur Vorbereitung sportlicher Aktivitäten eingesetzt, entspannt sich die Muskulatur unbewusst
und das zu absolvierende Programm – egal ob Yoga, Fußball, Leichtathletik oder Wing Tsun
– fällt sehr viel effizienter und effektiver aus.

Dehnen beeinflusst unsere Anatomie, die Morphologie und Physiologie von Gelenken,
Muskulatur, Blutgefäßen, Bindegewebe und unser Nervensystem. Wer sich für Details
interessiert und außerdem wissen möchte, welche Aspekte zu neuromuskulären Balancen
und Dysbalancen beachtet werden müssen, dem empfehle ich das folgende Buch: Prof.
Jürgen Freiwald „Optimales Dehnen. Sport, Prävention, Rehabilitation“, Spitta Verlag 2013.

Bezüglich Ihrer Fragen zum Unterschied zwischen Dehnen und Längen und zum jeweiligen Einfluss auf die Reflextätigkeit sprechen Sie mich gerne an!

Ihre
Bärbel Hölscher

Newsletter 1/2014

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit meinem neuen Newsletter möchte ich Sie ab sofort einmal pro Quartal mit Neuigkeiten rund um Kinesiologie Münster – Innere Balance auf dem Laufenden halten. Es gibt so viel zu erzählen: Kennen Sie schon die Münster Correlation? Und wissen Sie, was WingTsun und Kinesiologie gemeinsam haben? Dann erfahren Sie es heute.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß und hoffe, Sie bald in meinem Kurs „Kraftvoll! Reflexe prägen das Leben“ begrüßen zu dürfen – denn niemand von uns ist reflexfrei. Gönnen Sie sich durch Reflexintegration mehr Wohlbefinden in Ihrem Leben. Ich unterstütze Sie gerne!

Ihre

Bärbel Hölscher Kinesiologie Münster – Innere Balance

www.kinesiologie-muenster.de

 

Münster Correlation – Münster weltweit in jedem Kopf

Als professionelle Kinesiologin mit Fachschwerpunkt Gehirn verfolge ich die Forschung mit großem Interesse. Besonders gefreut hat mich, dass es Neurochirurgen aus Münster gemeinsam mit Ärzten aus Stockholm und Teheran gelungen ist, einen anatomisch wichtigen Zusammenhang zwischen der Lage bestimmter Schädelknochen zu beschreiben. Das Beste: Sie gaben ihm dem Namen “Münster Correlation”. Damit trägt nun jeder Mensch ein Stück Münster in seinem Kopf.

Hier geht es zum Artikel …

Es geht um das Erspüren der eigenen Zentrallinie

WingTsun und Kinesiologie haben mehr gemeinsam, als Sie vielleicht im ersten Moment denken. So sind die Prinzipien des WingTsun übertragbar aufs Leben:

  • Was kommt, an dem bleibe dran!
  • Was zurückgeht, das begleite nach Hause!
  • Ist der Weg frei, stoße vor!

Beim WingTsun geht es aber auch immer um zentrale Koordination, um die gefühlte Mitte des Körpers. Gleiches ist bei der Reflexintegration der Fall und je mehr beim WingTsun gelernt wird, die Körperteile unabhängig voneinander zu bewegen, desto besser können Reflexe integrieren. Lesen Sie den vollständigen Beitrag in meinem Blog …

Kraftvoll! Reflexe prägen das Leben – Kurstermine

In meinem Kurs zum gleichnamigen Buch lernen Sie, welche 25 frühkindlichen Reflexe es gibt und welchen Einfluss diese bei nicht zeitgerechter Integration auf unser gesamtes späteres Leben haben. Ich vermittele Ihnen praktische Übungen, durch die frühkindliche Reflexe nachträglich integrieren.

Der nächste zweitägige Kurs findet statt am 27. und 28. September von 9 bis 18 Uhr im Hotel Haus vom guten Hirten in Münster. Es sind noch wenige Plätze frei!

Weitere Informationen zu den Kursinhalten entnehmen Sie dem Flyer.

Die erste Übung können Sie sich auf YouTube ansehen.

Weitere Kurstermine bis Ende des Jahres finden Sie auf meiner Website.

Planen Sie Ihre Kursteilnahme? Rufen Sie mich einfach an!

WingTsun unterstützt Körperentwicklung

Sie konzentriert sich, spürt in ihren Körper hinein und schließt die Augen. Dann beginnt die fließende Abfolge der Bewegungen – zunächst die Arme vor dem Körper und zu den Seiten, später kommen die Beine hinzu. An einer Stelle irrt sie sich, sammelt sich, um kurz danach wieder einzusteigen – bis die Übung beendet ist. „Wenn man es richtig macht, sieht es aus wie eine tanzende Meditation“, erklärt sie noch leicht außer Atem, aber zufrieden. Es ist die erste Formübung SIU-NIM-TAU, deren sechs Sinnesabschnitte sie studiert.

 

Mehr als nur ein Hobby

Bärbel Hölscher betreibt WingTsun im Stile von Leung Ting seit anderthalb Jahren. Sie ist Mitglied der Europäischen WingTsun-Organisation. Mit der chinesischen Kampfsportart begonnen hat sie, weil ihr Tai Chi und Qi Gong als Herausforderung irgendwann nicht mehr genügten: „Nach der ersten Probestunde war mir klar, das will ich unbedingt weitermachen“. Heute nimmt sie eine Privatstunde bei ihrem Trainer Ben. Zweimal die Woche treffen sie sich, um in Paarübungen die verschiedenen Abfolgen des SIU-NIM-TAU zu trainieren. „Bärbel ist eine sehr fleißige Schülerin. Sie ist zwar ungeduldig mit sich selbst, macht aber gute Fortschritte und hat bereits zwei Schülergrade erreicht“.

 

Reflexintegration und WingTsun

Mit Ben tauscht die professionelle Kinesiologin sich aus – nicht nur über ihre eigenen Kampfsportfähigkeiten, sondern vor allem über ihre Klienten mit nicht zeitgemäß integrierten Reflexen. Ihnen empfiehlt sie WingTsun als Ergänzung zur Reflexintegration. „Ich habe schon viele meiner Klienten zur Körperentwicklung zum WingTsun geschickt. Es geht ihnen einfach besser durch den Sport“, erklärt sie überzeugt. Auch Ben lernt viel von Bärbel: „Sie erkennt anhand einzelner Bewegungen sofort, welcher frühkindliche Reflex noch aktiv ist und warum eine Übung nicht richtig durchgeführt werden kann“, erklärt er.

 

Zwei Disziplinen –ein Ziel

Beim WingTsun geht es immer um zentrale Koordination, um die gefühlte Mitte des Körpers. Diese gilt es zu erspüren. Gleiches ist bei der Reflexintegration der Fall, denn ein Mensch ist nur reflexfrei, wenn er seine Zentrallinie körperlich erspüren kann und entsprechend gerade steht. „Je mehr beim WingTsun gelernt wird, die Körperteile unabhängig voneinander zu bewegen, desto besser können Reflexe integrieren“, bestätigt Bärbel Hölscher. Das gemeinsame Ziel der Reflexintegration und des WingTsun ist die Kombination von fließenden Bewegungen und ökonomischem Krafteinsatz. Diese führt zu mehr Wohlbefinden und Sicherheit.

 

Die Erfindung einer Nonne

Der Legende nach, hat vor ca. 400 Jahren die Nonne Ng Mui den Kampf eines Fuchses gegen einen Kranich beobachtet und daraus einen neuen Kampfstil entwickelt. Diesen brachte sie einem jungen Mädchen namens Wing Tsun bei – daher der Name des Kampfsportes – die sich gegen ihren aufdringlichen Verehrer Wong wehren können sollte. Innerhalb von drei Jahren erlernte Wing Tsun den Kampfstil und besiegte den Schläger Wong.

Prinzipien des WingTsun – übertragbar aufs Leben

  • Was kommt, an dem bleibe dran!
  • Was zurückgeht, das begleite nach Hause!
  • Ist der Weg frei, stoße vor!

20140623_120238 Bärbel Hölscher mit Trainer Ben bei der gemeinsamen Formübung 20140623_120309

Bärbel Hölscher konzentriert sich auf ihre Zentrallinie

Auf dem Rücken der Pferde – Richtig sitzen!

Wie sitzen Sie auf Ihrem Pferd? Idealerweise verschmelzen Sie mit Ihrem Pferd, denn
Reiter und Pferd müssen perfekt zusammen passen. Nur so können Sie gemeinsam einen
Reitstil entwickeln, der zugleich gefühlvoll und zielorientiert ist. Das ist nicht der Fall?

Reflexe als Ursache
Oft liegt es an unbewussten Reflexen beim Reiter, dass die Haltung nicht stimmt.
Hochgezogene Schultern statt parallel gehaltener Hände und Unterarme in Verlängerung
der Zügel, unrhythmisches Mitschwingen der Hüfte oder zu verkrampft gehaltene Zügel –
alles Restreaktionen fortbestehender frühkindlicher Reflexe.

Balancen helfen
Als professionelle Kinesiologin begleite ich seit Jahren Reiter mit meinen Balancen, z. B.
als Vorbereitung auf die Pferdewirtschaftsmeisterprüfungen in der Deutschen Reitschule
in Warendorf, der Westfälischen Reit- und Fahrschule Münster sowie für die Deutschen
Meisterschaften im Dressur- und Springreiten in Balve.
Ich gebe ihnen Hilfestellungen und Korrekturen, die direkt im Training umgesetzt
werden können. Die Reiter verbessern so ihre Haltung, was sich in mehr Sicherheit und
Wohlbefinden für Reiter und Pferd zeigt – und nicht zuletzt auch in besseren Leistungen.

Warendorf, Münster oder Hannover
Als Münsteranerin lebe ich in unmittelbarer Nähe zur Reiterhochburg Warendorf. Aber
auch in Hannover bin ich monatlich. Gerne erläutere ich Ihnen in einem persönlichen
Gespräch, wie Sie als Reiter durch Balancen Ihren Reitstil – und Ihre gesamte
Körperhaltung – nachhaltig verbessern können. Und wenn Sie mögen, komme ich mit zu
Ihrem Pferd und unterstütze Sie als Team.

Kontaktieren Sie mich gerne. Ich freue mich!

Herzliche Grüße
Bärbel Hölscher